Großes Finale - Paralympics in Peking beendet

Präsenz der evangelischen Kirche in Peking wahrgenommen

18. September 2008

Mit einer beeindruckenden Show und einem riesigen Feuerwerk sind gestern Abend die Paralympics in Peking zu Ende gegangen. Zwei Wochen wurde um Medaillen gekämpft, hier flossen Freudentränen über die erreichte Leistung, dort rollten Tränen bitterer Enttäuschung über das knapp verpasste Ziel. Es waren gigantische Spiele - nahezu perfekt organisiert. Die deutsche Mannschaftsleitung ist mit dem Verlauf und dem Ergebnis zufrieden. Inzwischen sitzen die ersten deutschen Sportlerinnen und Sportler im Flugzeug Richtung Heimat, gespannt darauf, was sie bei Ihrer Rückkehr in Frankfurt und München erwartet.

Wir waren dabei und haben die Präsenz der evangelischen Kirche in Peking wahrgenommen. Zu Beginn der Spiele hat das gesamte deutsche Team das „MITTENDRIN“-Heft erhalten. Von Vielen gab es eine positive Rückmeldung auf die Gebete und besinnlichen Texte. Das Heft, eine Möglichkeit, zu Beginn des neuen Tages auf die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen einzustellen, am Abend vor dem Schlafen den Tag mit einigen geistigen Gedanken ausklingen lassen. Für seelsorgerliche Gespräche standen wir zur Verfügung, doch viel wertvoller waren die unzähligen Gespräche und Begegnungen zwischendurch, sei es im Essenszelt, sei es vor dem deutschen Häuserblock oder in der medizinischen Abteilung. Für die Sportlerinnen und Sportler eine Chance, mal neben dem Wettkampfstress und der Anspannung über das zu sprechen, was sie aktuell bewegt oder belastet.

Im Sport zählt die gelebte Ökumene. So haben wir zusammen mit Pfarrer Paul Schütt eine ökumenische Abendandacht im chinesischen Pavillion vor unseren Häusern gefeiert. Gemeinsam haben wir Rückschau gehalten auf die erlebnisreichen Spiele, die vielen Eindrücke, auf Sieg und Niederlage. Wir haben gedankt für tolle Erfahrungen und doch festgestellt, dass Leben mehr ausmacht als Höchstleistung und Goldmedaille.

Sport und Kirche haben bei den Paralympics einen Beitrag geleistet, Menschen in einer besonderen Situation zu begleiten und zu unterstützen. Es ist wichtig da zu sein, wo Menschen sind, um Räume der Ruhe und Besinnung zu öffnen, die bei einer solchen häufig verschlossen bleiben. Christian Bode

Christian Bode ist evangelischer Vikar in Achim bei Bremen. Neben ihm war ein weiterer evangelischer Seelsorger in Peking dabei: der Bonner Pfarrer Rainer Schmidt ist Aktivensprecher und Tischtennisspieler. Beide wurden vom Rat der EKD gebeten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten die seelsorgerliche Präsenz der EKD bei den Spielen zu gewährleisten.

Paralympics im EKD-Internetangebot