Evangelische Kirche fordert familienfreundlichere Politik

epd-Logo Paderborn (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat von der neuen Bundesregierung eine familienfreundlichere Politik gefordert. Familien seien "auf skandalöse Weise doppelt belastet", sagte der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende, der Thüringer Landesbischof Christoph Kähler, am Donnerstag in Paderborn. Neben den Kosten für die Erziehung der Kinder würden sie auch mit den Beiträgen zu den Sozialversicherungen belastet.

Kähler forderte, dass die Kindererziehung bei der Rente angerechnet werden müsse. In der aktuellen Rentenreform sei diese Forderung bislang nicht berücksichtigt worden, kritisierte er. Der stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende sprach beim diesjährigen Paderborner Podium zum Thema "Zukunft der Familie" des Heinz Nixdorf Museumsforums.

Noch immer seien Kinder für viele Familien ein Armutsrisiko, beklagte der Bischof. Besonders betroffen seien Familien mit mehreren Kindern sowie allein Erziehende. Die Familien-, Sozial- und Bildungspolitik müsse so reformiert werden, "dass soziale Herkunft für die Chancen eines Kindes in den Hintergrund trete und Armut nicht mehr vererbbar sei". Nötig seien deshalb gebührenfreie Kindergartenplätze.

02. Dezember 2005

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