Diakonie fordert Aufbau eines sozialen Arbeitsmarktes

epd-Logo Berlin (epd). Die Diakonie hat die Bundesregierung aufgefordert, einen sozialen Arbeitsmarkt aufzubauen, damit Erwerbslosen sinnvolle Beschäftigungsangebote gemacht werden könnten. Ziel sei es, Arbeit und nicht Arbeitslosigkeit zu finanzieren, sagte Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik am Donnerstagabend in Berlin. Er warb für das Konzept der sogenannten Bürgerarbeit. Bei diesem bereits praxiserprobten Modell wird Arbeitslosen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im gemeinnützigen Bereich angeboten.

Kottnik sagte bei der Diskussionsveranstaltung "Bürgerarbeit - ein arbeitspolitischer Weg aus der Beschäftigungskrise", Arbeitslose bräuchten Beschäftigungsangebote, die ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichten. "Sie darf nicht als nicht als Gegenleistung für die staatliche Grundsicherung zu verlangt werden", betonte der Diakoniechef.

Der öffentlich geförderte Beschäftigungssektor muss Kottnik zufolge als sozialer Arbeitsmarkt ausgebaut werden. Dann könnten auch Langzeitarbeitslose ohne Vermittlungschancen auf dem regulären Arbeitsmarkt eine Beschäftigung aufnehmen, "statt dauerhaft ausgegrenzt und alimentiert zu werden", betonte Kottnik. Der massenhafte Einsatz von "Ein-Euro-Jobs" führe weg von diesem Ansatz.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit gibt es in mehreren Bundesländern erfolgreiche Tests der Bürgerarbeit. Ein erster Praxisversuch startete 2006 an sechs Standorten in Sachsen-Anhalt und führte zum deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit. Seit 2007 gibt es die Bürgerarbeit auch in Thüringen, unter dem Namen Job-Perspektive Plus seit 2008 auch an drei Orten in Bayern.

04. März 2010

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